THE EXTRAORDINARY ORDINARY!
[Übersetzt heißt das: Das außergewöhnliche Gewöhnliche.]
Behinderung, Techno-Körper und die Frage nach Selbständigkeit.
21. Oktober, Kampnagel, Hamburg

Manchmal sehen wir einen Körper, der anders funktioniert als andere Körper.
Wir nennen das dann 'Behinderung'.
Körper, die anders funktionieren, fordern uns heraus.
Sie fordern uns auf, anders zu denken.
Sie lassen uns nachdenken. Zum Beispiel über diese Themen:

  • Was ist normal?
  • Was ist einzigartig?
  • Was ist anders?
  • Was bedeutet Hilfe?

Was ist, wenn ein Körper anders funktioniert?
Wenn er anders ist als die meisten anderen Körper?
Verändert das unseren Blick-Winkel?
Gucken wir dadurch anders auf Menschen?

Alle Menschen benutzen Technik.
Menschen mit und ohne Behinderung.
Und alle Menschen brauchen Unterstützung.
Menschen mit und ohne Behinderung.
Niemand kann völlig allein leben.
Alle Menschen brauchen Unterstützung, um Teil der Gesellschaft zu sein.
Nur dann können wir Teil der Welt sein.
Donna Haraway sagt: „Wir sind immer mittendrin“.

Menschen mit Behinderung leben in der Gemeinschaft.
Sie sind Teil von einem Netzwerk.
Sie sind mit anderen verbunden.
Sie sind selbständig.
Sie sind alle verschieden.
Sie haben Wünsche und Vorstellungen.
Sie brauchen Unterstützung.
Unterstützung durch Menschen.
Und Unterstützung durch Technik.

Wie wird diese Unterstützung in der Zukunft aussehen?
Wie werden wir in Zukunft zusammen-leben?

Bei dieser Veranstaltung wollen wir über verschiedene Themen sprechen und nachdenken.
Über Themen von denen viele Menschen erstmal denken: Sie haben nichts miteinander zu tun.
Zum Beispiel über diese Themen:

  • Was bedeutet es, eine Behinderung zu haben? Eine körperliche oder eine geistige Behinderung?
  • Wie werden unsere Körper in Zukunft aussehen?
  • Wie wird unsere Gesellschaft in Zukunft aussehen?

Viele Menschen und Gruppen wollen gemeinsam über diese Fragen nachdenken.
Zum Beispiel Rollstuhl-Fahrer und Rollstuhl-Fahrerinnen.
Menschen die in Gebärden-Sprache sprechen.
Menschen, die mit Computern arbeiten.
Menschen, die viel über die Zukunft sprechen.
Menschen, die über das Mensch-sein nachdenken.
Menschen, die Technik gut finden.
Menschen, die Technik nicht gut finden.
Ärzte und Ärztinnen.
Künstler und Künstlerinnen.
Antony Lamont kommt aus Irland.
Er schreibt Texte.
Er interessiert sich für Politik und Menschen-Rechte.
Er sitzt im Rollstuhl.
Er hat eine Muskel-Erkrankung.
Er braucht eine Maschine, die ihm beim Atmen hilft.
Er sagt:
„Innerhalb eines zunehmend technisierten und optimierten Alltags sind Menschen mit Behinderung die widerständige Avantgarde des 21. Jahrhunderts. Körper, die keiner Effizienzlogik entsprechen und neoliberaler Verwertbarkeit entkommen, Subjekte, die ihre menschliche Abhängigkeit von Technologie und Gemeinschaft zur Schau stellen, Kommunikationsformen und Verhaltensweisen außerhalb der Norm. Das sind zeitgenössische Versionen dessen, was man so ‚den Menschen’ nennt. Benutz verschämt deine Sex Toys und fühl dich zeitgemäß, Normboy, ich zeig dir Cybersex vom anderen Stern.“
Damit meint er:
Viele Menschen glauben heute: Sie müssen perfekt sein.
Alle Menschen heute brauchen Technik.
Und sie brauchen die Gemeinschaft.
Sie sind davon abhängig.
Er findet: Menschen mit Behinderung sind den anderen einen Schritt voraus.
Sie entsprechen nicht den Erwartungen.
Sie sind nicht immer leistungs-bereit.
Sie machen Dinge anders. Oder langsamer. Oder gar nicht.
Sie sind noch Menschen.

Wann und wo findet die Veranstaltung statt?
Freitag, 21. Oktober 2016
KAMPNAGEL, Jarrestraße 20, Hamburg
Beginn ab 19.30 Uhr
Einlass ab 18.30 Uhr

Für diese Veranstaltung arbeiten 3 Organisationen zusammen:

  • die Mobile Akademie Berlin
  • EUCREA e.V und
  • Kampnagel

Diese Menschen machen mit:

  • Monika Ankele, Psychiatriehistorikerin, Hamburg
  • Petra Anders, Kultur-Wissenschaftlerin, Dortmund
  • Edith Arnold, Sexual-Begleiterin, Hamburg
  • Saša Asentić, Performance Maker, Novi Sad, Serbien
  • Sue Austin, Multimedia, Performance & Installation Artist, Devon, UK
  • Serge Autexier, Bremen Ambient Assisted Living Lab
  • Klaus Birnstiel, Literatur-Wissenschaftler und Theoretiker, Basel
  • Thomas Bock, Leiter der Ambulanz für Psychosen und Bipolare Störungen Universitäts-Klinikum Hamburg
  • Axel Brauns, Autor und Filme-Macher, Hamburg
  • Lars Bruhn, Disability Studies Forscher, ZEDIS Hamburg
  • Christoph Brunner, Kultur-Theoretiker, Lüneburg
  • Regula Valérie Burri, Wissenschafts- und Technikforscherin, Hamburg
  • Norma C., Wissens-Vermittlerin, Berlin
  • Vaginal Davis, Performance Artist und Goddess, Berlin, L.A
  • Lis Marie Diehl, Rehabilitations-Wissenschaftlerin, Mitglied von I can be your Translator, Hamburg
  • Henrik Eßler, Sozial- und Wirtschafts-Historiker, Hamburg
  • Lorenz Fiedler, Ingenieur für Elektro-Technik, Research Group Auditory Cognition, Lübeck
  • Kenny Fries, Schriftsteller, Berlin
  • Hildegard Fuhrberg, Heilerin, Hamburg
  • Petra Gehring, Philosophin, Darmstadt
  • Doris Gerbig, Soziologin, Hamburg
  • Mischa Gohlke, Musiker und Aktivist, Hamburg
  • Wolfgang Hagen, Medienwissenschaftler, Lüneburg
  • Britta Harms, Gebärdensprachen-Vermittlerin, Hamburg
  • Karin Harrasser, Medien- und Kultur-Wissenschaftlerin, Linz
  • Laura Hille, Soziologin und Kultur-Wissenschaftlerin, Lüneburg
  • Marianne Hirschberg, Disability Studies Forscherin und Menschen-Rechtlerin, Bremen
  • Jürgen Homann, Disablity Studies Forscher, ZEDIS Hamburg
  • Joke Janssen, Künstler_ und Theoretiker_ , Hamburg
  • Reinhard Kahl, Journalist, Hamburg
  • Dawid Kasprowicz, Medien-Theoretiker, Lüneburg
  • Markus Keuler, Bildhauer, Bremen
  • Sabine Kienitz, Kultur-Anthropologin, Hamburg
  • Patrick Kramer, Cyborg und Unternehmer, Hamburg
  • Wolfgang Knapp, Künstler, Autor und Dozent, Berlin
  • Mathias Knigge, Designer, Hamburg
  • Swantje Köbsell, Disability Studies Forscherin und Behinderten-Pädagogin, Berlin
  • Silke Koppermann, Gynäkologin, Hamburg
  • Raúl Krauthausen, Autor und Aktivist für Inklusion und Barriere-Freiheit, Berlin
  • Dietrich Kuhlbrodt, Schauspieler, Kritiker und ehemaliger Staats-Anwalt, Hamburg
  • Martina Leeker, Medien- und Theater-Wissenschaftlerin, Lüneburg
  • Katharina Liebsch, Soziologin, Hamburg
  • Cornelia Lund, Design- und Medien-Wissenschaftlerin, Hamburg
  • Rebecca Maskos, Journalistin und Disability Studies Forscherin, Bremen
  • Klaus Mecherlein, Kunsthistoriker, Oberschleißheim
  • Nicole Meyer, Gender und Disability Studies, Cripp Radio, Hamburg
  • Miro Miletic, Ausstellungsleiter Dialog im Dunkeln und Dialog im Stillen, Hamburg
  • Michael Morlock, Bio-Mechaniker und Mathematiker, Hamburg
  • Philipp Osten, Medizin-Historiker, Hamburg
  • Peter Ott, Filme-Macher, Hamburg
  • Karl-Josef Pazzini, Psychoanalytiker, Berlin
  • Marianne Pieper, Soziologin, Hamburg
  • Andreas Pflüger, Schriftsteller und Drehbuchautor, Berlin
  • Antje Pfundtner, Choreographin, Hamburg
  • Klaus Pramann, Psychiater, Bremen
  • Frank Purk, Orthopädietechniker und Designer, Hamburg
  • Christian Rathmann, Linguist und Gebärdensprachforscher, Hamburg
  • Ewgenia Roth, Assistentin, Hamburg
  • Tucké Royale, Erster Sprecher und Desintegrierter des Zentralrats der Asozialen in Deutschland, Berlin
  • Katherine Runswick-Cole, Critical Disability Studies Researcher, Manchester, UK
  • Bettina Saathoff, Psychologische Psycho-Therapeutin, Hamburg
  • Bernhard Sabel, Psychologe und Neuro-Wissenschaftler, Magdeburg
  • Kai Sammet, Medizin- und Psychiatrie-Historiker, Hamburg
  • Lothar Sandfort, Psychologe und Sexual-Berater, Trebel
  • Ibrahima Sanogo, Schaupieler, Hamburg
  • Bertold Scharf, Historiker, Kiel
  • Oliver Schmidt, Film- und Medien-Wissenschaftler, Hamburg
  • Gwen Schulz, Genesungs-Begleiterin, Hamburg
  • Michael Schumacher, Schauspieler und Tänzer, Hamburg
  • Saskia Schuppener, Rehabilitations-Wissenschaftlerin, Leipzig
  • Laura Schwörer, Malerin, Kiel
  • Dennis Seidel, Schauspieler, Hamburg
  • Udo Sierck, Autor und Aktivist für Inklusion und Behinderten-Rechte, Hamburg
  • Stefan Lorenz Sorgner, Philosoph, Erlangen
  • Aleksandra Spisak, Game Designerin, Hamburg
  • Birgit Stammberger, Kultur-Wissenschaftlerin, Lübeck
  • Anastasia Umrik, Projekt- und Mode-Macherin, Hamburg
  • Lars Vaupel, Künstler und Programmierer, Hamburg
  • Ina Vera, Regisseurin, Performerin, Mitglied des Performance-Kollektivs Monster Truck, Berlin
  • Thomas Weber, Film- und Medien-Wissenschaftler, Hamburg
  • Lisa Wiedemann, Soziologin, Hamburg

Mobile Akademie Berlin in Kooperation mit EUCREA e.V und Kampnagel:

Team Mobile Akademie Berlin

Hannah Hurtzig: Künstlerische Leitung
Sarah Lewis: Kuratorin und Project Manager
Marian Kaiser: Kurator
Philipp Hochleichter: Company Management
Cristina Navaro: Künstlerische Produktionsassistenz

Team EUCREA, Hamburg

Jutta Schubert: Leitung, Produktion, Kuratorin
Lea Dietschmann: Recherche
Kyra Lanman: PR, Produktion
Anke Böttcher: Produktion, Administration

 

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