Rückblick


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Was hat EUCREA bisher getan?

Als EUCREA Ende der achtziger Jahre begann, sich mit der Thematik "Kunst und Behinderung" auseinanderzusetzen, war die Szene gerade im Aufbruch. Eine ungeheure Euphorie herrschte, als man entdeckte, welches künstlerische Potential in behinderten Menschen stecken kann. Viele Projekte entwickelten sich, es ging konkret um die Unterstützung der behinderten Künstler und die Entdeckung einer neuen Kunstform in der bildenden und darstellenden Kunst. Dass bildnerische Werke behinderter Menschen schon in den dreißiger Jahren durch Prinzhorn und später dann von Jean Dubuffet gefördert und gesammelt wurden, war den wenigsten bekannt.

Überall schossen neue Projekte aus dem Boden, mit neuen Konzepten, neuen Ideen und neuen Ansätzen. In diesem Umfeld suchte sich EUCREA seinen Platz. Ein Netzwerk für behinderte Künstler zu sein war und ist die Intention des Vereins, der europaweit agiert. Ursprünglich wurden in allen europäischen Ländern Organisationen unter dem Namen EUCREA gegründet, die von der Europäischen Union bis Mitte der neunziger Jahre finanziert wurden. Der Verein unterstützt behinderte Künstler und Kunstgruppen, ob mit geistig oder körperlich beeinträchtigten Teilnehmern, auf allen Ebenen. Von1993 bis zum Jahre 2001 fand alle zwei bzw. später jedes Jahr ein Festival für alle Kunstsparten mit europaweiter Ausstrahlung auf der REHA-Messe in Düsseldorf statt. Theater, Musik, bildende Kunst präsentierten sich auf der "CREart", zunächst in einer großen Messehalle und später auch in einigen Institutionen Düsseldorfs.

Die Mitgliederzahl von EUCREA Deutschland e.V. wuchs beständig. Inzwischen sind im Verein die wichtigsten und bekanntesten Vertreter der Szene "Kunst und Behinderung" in Deutschland vertreten.

Mit der Einrichtung einer auf drei Jahre befristeten Stelle im Jahre 1998 erweiterten sich die Möglichkeiten von EUCREA enorm. Es entstand die Möglichkeit, eine Infrastruktur aufzubauen, Diskussionen anzustoßen und in den Projekten des Vereins - seien es nun Theaterfestivals, Ausstellungen oder Tagungen - den Fragen nachzugehen, welche künstlerischen Möglichkeiten es für behinderte Menschen gibt, wie sie weiter entwickelt werden können, und welchen Stellenwert sie in der heutigen Kulturlandschaft einnehmen.

Dabei beschritt EUCREA verschiedene Wege. Der Aufbau einer Künstlervermittlung scheiterte an der mangelnden Nachfrage, und später sah der Verein ein, dass die Einbeziehung der Künstler in den etablierten Kunstmarkt und auf Veranstaltungen anders läuft. Oft gab es künstlerische Kooperationen zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen, die plötzlich Auftritte bei etablierten und renommierten Theaterfestivals bekamen. Theater engagierten einzelne behinderte Schauspieler in Absprache mit den Gruppen, zu denen sie bereits lange vorher Kontakt aufgebaut hatten, ohne dass die Unterstützung einer Agentur notwendig wurde. Also spezialisierte sich EUCREA - auch nach dem Auslaufen der befristeten Stelle - auf die Initiierung eigener Projekte in allen Kunstsparten - von der Ausrichtung integrativer Kunstfestivals bis hin zu Multiplikatorenfortbildungen, Fachtagungen und Publikationen zum Thema.

Dabei erweiterte EUCREA sein Spektrum, in dem es europaweit Theater-, Tanz- und Kunstgruppen auf seine Festivals einlud und konzeptionell neue Wege beschritt. So fand z.B. 2004 im Berliner Theater Hebbel am Ufer (HAU) das europäische Theaterfestival "Simple Life" statt, dass das Leben am Rand der Gesellschaft in verschiedenen Kulturen untersuchte. Eingeladen wurden 11 Gruppen aus Europa und Kanada, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen. Beteiligt waren auch mehrere europäische Gruppen, die sich mit dem Thema "Behinderung" auseinandergesetzt hatten bzw. in denen behinderte und nicht behinderte Menschen als Schauspieler vertreten waren. "Simple Life" bot einen Überblick über die unterschiedlichsten Theaterformen. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm begleitete dieses Festival.

Einzelne Kunstformen verstärkt zu fördern und mehr Initiativen anzuregen, sich diesen zu zuwenden , ist ein weiteres Anliegen von EUCREA. 2004 rief EUCREA erstmals einen Autorenwettbewerb für geistig beeinträchtigte Menschen ins Leben. Nachdem Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung lange abgesprochen wurden, kreativ schreiben zu können, förderte dieser Wettbewerb einen wahren Schatz an eindrucksvollen Arbeiten zu Tage, die in einer Publikation veröffentlicht wurden. 2006 und 2007 beteiligte sich EUCREA an CAN DO CAN DANCE, einem Tanzprojekt mit dem britischen Choreographen Royston Maldoom (bekannt aus dem Film "Rhythm is it!"). Tanzprojekte von und mit Menschen mit Behinderung sind in Deutschland bis heute rar. Die Performance, an der eine Gruppe von Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung teilgenommen hat, wurde mit großem Erfolg im Hamburger Schauspielhaus und auf Kampnagel aufgeführt.

Im Bereich bildender Kunst entwickelte EUCREA zusammen mit dem Verein KUNSTWERK und in enger Kooperation mit dem EUWARD (Europäischer Kunstpreis für Künstler mit einer geistigen Behinderung) die Internetgalerie XPO-Online (www.xpo-online.net), in dem sich die wichtigsten Kunstwerkstätten Europas präsentieren. Auf der Website erfährt man mehr über die Künstler, ihre Werke werden in einer Galerie gezeigt und der Hintergrund dieser Kunstform beleuchtet.

2003 veranstaltete der Verein den "European Song-Contest Disabled Artists". 10 Musikgruppen aus ganz Europa, in denen behinderte und nicht behinderte Musiker vertreten waren, traten in den Wettstreit um den 1. Preis und zeigten eindrucksvoll das große Potential und die eigenen Musikstile der beteiligten Musiker mit einer geistigen Beeinträchtigung.

Diskussionen, Tagungen und Fortbildungen sind ein weiterer Schwerpunkt von EUCREA Deutschland e.V. Mit der Tagung WELTSICHTEN wurde im Jahre 2000, eine stärkere theoretische Diskussion zwischen verschiedenen Fachkreisen zum Thema "Kunst und Behinderung" angeregt. 2002 entwickelte EUCREA die "Ausbildung zum Kunst-Assistenten" mit dem Ziel, Multiplikatoren für die Arbeit mit behinderten Künstlern verstärkt fort- und weiterzubilden. Das Projekt SHOW-UP! - eine Initiative zur künstlerischen Aus- und Fortbildung geistig beeinträchtigter Menschen - folgte sechs Jahre später. Im Dezember 2007 fand die 1. Tagung im Bereich des EUCREA-Forums im Kleisthaus in Berlin statt: "Perspektiven - Persönliches Budget für KünstleInnen mit Behinderung, Finanzierung und Organisation von Kunstprojekten" in Zusammenarbeit mit der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Dieser Tagung sollen im jährlichen Rhythmus weitere folgen.

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Die letzten Highlights...

Literaturwettbewerb für Menschen
mit geistiger Behinderung

Im Literaturhaus

Wieder wurde im Literaturhaus Hamburg die Veröffentlichung des Buches feierlich begangen. Etwas zwei Drittel der Autoren waren anwesend, um gemeinsam mit uns die Publikation zu feiern.


EUCREA hat zum zweiten Mal einen Literaturwettbewerb für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung durchgeführt. Nach 2005, aus dem die Publikation "Ich getraue mich ins Leben vorzudringen" hervorging (ISBN: 3-8334-3759-6), war die Ausschreibung diesmal thematisch eingegrenzt. Unter dem Motto "die liebe ist warm, ich spüre sie beim herz" gingen wieder zahlreiche Bewerbungen ein, die leider nicht alle berücksichtigt werden konnten. Unser Buch "die liebe ist warm, ich spüre sie beim herz" ist ab sofort im Buchhandel erhältlich (ISBN: ISBN-Nr. 978-3-8370-6171-0). Beide Bücher können auch bei EUCREA bestellt werden.

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2006 und 2007 Beteiligung an CAN DO CAN DANCE

Hamburger Tanztage unter der Leitung des britischen
Choreographen Royston Maldoom.

Hamburger Tanztage

In diesen beiden Jahren arbeitete der britische Choreograph Royston Maldoom mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen aus Hamburg an Aufführungen, die im Hamburger Schauspielhaus und auf Kampnagel stattfanden.

Bei beiden Projekten arbeiteten behinderte Tänzer aus den Elbe-Werkstätten mit.

Volle Häuser und ein begeistertes Publikum waren der Erfolg dieses Projektes.

 

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SIMPLE LIFE - Internationales Theaterfestival
in Berlin12. - 21. November 2004

Thikwà / Deutschland

An zehn Tagen stellten Künstler aus Europa und Kanada ihre theatrale Auseinandersetzung mit außergewöhnlichen Lebenssituationen vor. Ihren sehr persönlichen Umgang mit plötzlich eintretenden Krisen wie Krankheit, Flucht, Gefangenschaft und dem Leben außerhalb der gesellschaftlichen Norm zeigten sie auf den drei Bühnen des Berliner Hebbel am Ufer.

Behinderung, Armut oder eine transsexuelle Identität sind - unter anderem - die außergewöhnlichen Umstände, die ein "normales" Leben in Frage stellen. Betroffene agierten auf der Bühne und Schauspieler versetzten sich in das Leben an der Peripherie, indem sie es ins Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit stellten. Das Publikum erlebte eindrucksvoll, wie Grenzen überwunden werden müssen, der Alltag dauerhaft verändert und das Leben unvermutet in eine andere Richtung gelenkt wird.

Unter den eingeladenen Gruppen aus Lettland, Belgien, Kanada, Frankreich, Italien, Polen Finnland und Deutschland waren auch drei Theater- und Tanzformationen, in denen Menschen mit Behinderung integriert sind. Die finnische Gruppe Rajat'on begeisterte unter der Choreographie von Tomi Paasonen zweimal vor ausverkauftem Haus. Die französische Gruppe L'Oiseau Mouche und das Berliner Theater Thikwà zeigten ihre Produktionen "No Exit" und "ver-richtungen". Insgesamt war das Festival gut besucht, einige Vorstellungen ausverkauft. Dem Besucher bot sich ein mit 37 Veranstaltungen gefülltes interessantes Programm, zu dem ein Fachsymposium gehörte, mehrere Talkrunden und Arbeitsgespräche mit Regisseuren und Choreographen und fast 30 Aufführungen in drei Häusern.

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Leider vergriffen: "Weltsichten" -
Beiträge zur Kunst behinderter Menschen

Buchtitel - Weltsichten

"Weltsichten" ist ein ungewöhnlicher und spannender Dialog über Kunst und künstlerische Perspektiven.
Das Buch lädt dazu ein, über die Beschäftigung mit den Werken behinderter Künstler Wahrnehmungen in Frage zu stellen. Es bietet eine umfassende Gesamtschau über die gegenwärtige künstlerische Diskussion ergänzt durch Portraits und Arbeitsbeispiele.

Mit Beiträgen von: Paolo Bianchi, Reinhard Kahl, Johann Feilacher, Peter Gorsen, Leiko Ikemura, Christine und Irene Hohenbüchler, Wolfgang Knapp u.a.

"Weltsichten - Beiträge zur Kunst behinderter Menschen" - Angela Müller/Jutta Schubert (Hrsg.), TIAMAT-Verlag 2001 Preis: € 25,50 (inkl. Porto und Verpackung)
Bestellen Sie bei: editiontiamat@aol.com

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September 2003 European Song-Contest Disabled Artists in Hamburg

European Song-Contest

Der Sieger des Europäischen Song-Contests für behinderte Musiker am 20.09.2003 im Congress Centrum Hamburg steht fest: JC Jamma aus England konnte mit seinem Song "What would you say" die prominente Jury überzeugen. 10 Bands hatten sich zum Wettbewerb gestellt und zeigten eindrucksvoll die unterschiedliche Bandbreite der Musik geistig-behinderter Menschen.

Vom balladenartigen Einzelgesang bis zur 13-köpfigen Rockband war alles vertreten. Das hohe Niveau überzeugte Jury und Publikum, denn es waren keine Coversongs erlaubt, sondern ausschließlich eigenkomoponierte Stücke. Ein eigens entworfener Pokal sowie 4.000,-- EURO wurden ihm vom Sänger und Jury-Miglied Laith Al-Deen überreicht. Den 2. Platz belegte die deutsche Band "Lampenfieber" mit ihrem Song "Zuhause", den 3. die Sängerin Lorraine Morris aus Birmingham mit "Contradiction".


März 2003 Internetgalerie - XPO-Online

März 2003 Internetgalerie xpo-online.net geht ins Netz
Hier geht's zur Galerie: www.XPO-Online.net

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"Les arts de la rue" - Rendezvous der Kulturen

Theater Ephémère

Unter Beteiligung von EUCREA Deutschland e.V. fand in Saarlouis, einer kleinen Grenzstadt im Saarland, das Straßentheaterfestival "Les arts de la rue" statt. 11 Gruppen aus ganz Europa wurden von uns eingeladen.
Die Veranstaltungen fanden auf dem Marktplatz, in der Fußgängerzone und in einem Zirkuszelt statt. Ein weiterer sehr attraktiver Veranstaltungsort war die Vauban-Insel, eine an der Saar gelegene kleine Halbinsel mit einer Festung.

Teilgenommen haben so unterschiedliche Gruppen wie das Theater Ephémère aus Frankreich mit seinem weißen Hochzeitszug mit behinderten Kindern und Jugendlichen aus dem Saarland, das Maskentheater von "Blaumeier", "Blauschimmel" und "JoostruP" sowie der Pantomime Sascha Leerfeld.

Die "Flying Wheel-chairs" demonstrierten eindrucksvoll, wie ein elektrischer Rollstuhl zum Flugobjekt werden kann und endeten mit einer Flugschau in der Fußgängerzone. Im Zirkuszelt spielten abends "Spirit Steps", der Pantomime JOMI und das Theater Stap aus Belgien.

Einen der Höhepunkte des Festivals bildete die Gruppe "Vi-kap" aus Italien, die erstmalig in Deutschland spielten. Sie zeigten die Tanzperformance "Angeli" mit nichtbehinderten und körperbehinderten DarstellerInnen. Die Inszenierung, die im Dämmerlicht mit Fackelbeleuchtung vor der wunderschönen Naturkulisse der Vauban-Insel stattfand, machte den Abschlussabend des Festvals zu einem atmosphärisch ganz besonderen Erlebnis.

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EUCREA Deutschland e.V.
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D - 22763 Hamburg
Fon +49-(40)-39 90 22 12
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