Schwarzer Schriftzug „inkl.“ auf abstraktem grün-orangefarbenem Hintergrund mit geschwungenen Linien. Die Farben wirken lebendig und modern.

    Resümee inkl. Festival der Kulturstiftung des Bundes (30.10.-1.11.2025, Deutsches Theater Berlin)

    von Jutta Schubert

    EUCREA beim inkl. Festival

    EUCREA war mit mehreren Programmpunkten beim inkl. Festival für Theater, Tanz und Performance vertreten, das den Abschluss des dreijährigen pik-Programms der Kulturstiftung des Bundes bildete.

    Das pik-Programm der Kulturstiftung des Bundes

    Mit dem Programm pik untersuchte die Kulturstiftung des Bundes über drei Jahre hinweg inklusive Arbeitsweisen an deutschen Theatern.
    In sieben Tandems zwischen Stadt- und Staatstheatern, internationalen Spielstätten und freien inklusiven Gruppen wurden neue Kooperationsmodelle entwickelt und erprobt. Darüber hinaus bot pik ein Mentoringprogramm für Disabled Leadership an, welches spartenübergreifend 45 Künstler*innen gefördert hat, um sie für Leitungspositionen in Projekten und Kultureinrichtungen zu qualifizieren. Die Mentoren konnten von den Stipendiaten selbst ausgewählt werden.
    Die Ergebnisse des dreijährigen pik Programms wurden in einer Handreichung mit Empfehlungen und Praxisbeispielen veröffentlicht.

    Festivalprogramm: Theater, Tanz, Diskussionen

    Das Festival zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig inklusive Bühnenpraxis sein kann.
    Neben acht Produktionen der beteiligten Theater wurden zwei kurze Beiträge präsentiert: Dan Daw Creative Projects (Kooperation mit Kampnagel Hamburg) und I can be your translator (Kooperation mit Schauspiel Dortmund).

    Besonders beeindruckt hat mich die Produktion „Altbau in zentraler Lage“ (Regie: Raphaela Bardutzky Künstlerischen Mitarbeit: Athena Lange am Schauspiel Leipzig). In einer Geschichte rund um die desolaten Zustände auf dem Wohnungsmarkt treffen sich eine hörende und eine taube Frau, die im gleichen Haus leben und von einer Kündigung betroffen sind. „Altbau in zentraler Lage“ untersucht das Verhältnis von Sprache und Macht — und bietet zwei verschiedenen Sprachen eine gemeinsame Bühne: der Deutschen Lautsprache und der Deutschen Gebärdensprache. Wie selbstverständlich werden beide Sprachen fluide als künstlerisches Mittel genutzt.

    Für Kinder und Jugendliche wurden zudem zwei Produktionen gezeigt: Bei BUMM, KRACH, BOING arbeitete das Berliner Grips Theater mit Theater Thikwa zusammen. Die Hamburger Choreografin Antje Pfundtner erkundete in der Produktion „Drinnen und Draußen“ zusammen mit dem Jungen Theater Bremen und zwei Tänzer*innen von tanzbar_bremen in Sprache und Bewegung, was hinter den Wörtern „Drinnen“ und „Draußen“ alles stecken kann.

    Die Vielfalt der gezeigten Arbeiten zeigte, welche neuen Formen entstehen, wenn Künstler*innen mit Behinderung Schauspiel, Regie und Autor*innenschaft aktiv mitgestalten.

    Podiumsgespräch: Perspektiven für ein Theater ohne Barrieren (31. Oktober)

    Auf dem Podium diskutierten:
    Iris Laufenberg (Intendantin Deutsches Theater)
    Jürgen Dusel (Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen)
    Eyk Kauly (Performer)
    Claudia Schmitz (Deutscher Bühnenverein)

    Eine grobe Bestandsaufnahme der letzten zehn Jahre in Bezug auf Inklusion in deutschen Stadt- und Staatstheatern zeigt auf, dass sich vieles getan hat. Von einer „Antigone“ in leichter Sprache an den Münchner Kammerspielen, eigenen Regiearbeiten von Schauspieler*innen mit Behinderung bis hin zu einem inklusiven Ensemble reicht die Bandbreite. Das pik Programm hat dabei in den letzten drei Jahren viel angestoßen und auch finanziell möglich gemacht. Trotzdem ist die inklusive Praxis am Theater nach wie vor eine große Herausforderung. Dabei betonte Jürgen Dusel, dass nicht nur die Barrierefreiheit für die Besucher*innen eine hohe Qualität für Kunst und Kultur hat, sondern auch die künstlerische Beteiligung von Menschen mit Behinderung. Claudia Schmitz vom Deutschen Bühnenverein führte aus, dass die Rahmenbedingungen oft nicht stimmen, viele Theater arbeiten sowohl finanziell als auch personell am Limit. Tarifverträge belasten das sowieso eng gestrickte Budget. Oft ist Inklusion für Theater überfordernd und wird als zusätzlich Belastung gesehen. Die Theater müssten Lust am kreativen Prozess in der inklusiven Zusammenarbeit entwickeln. Die Intendantin des Deutschen Theaters hat die Kooperation mit dem Ramba Zamba von ihrem Vorgänger „geerbt“ und weiter ausgebaut. Die Münchner Kammerspiele haben am Anfang mit ihrem inklusiven Ensemble viel Gegenwind erfahren, von geringer Auslastung bis hin zu schlechten Kritiken im Feuilleton. Inzwischen ist die neue Ausrichtung der Kammerspiele in München und beim Publikum etabliert. Der Schauspieler Eyk Kauly schilderte seine Erfahrungen am Schauspiel Leipzig mit der Produktion „Altbau in zentraler Lage“ aus der Sicht eines tauben Künstlers.Es müssen seiner Meinung nach neben den tauben Schauspieler*innen auch taube Autor*innen dabei sein. Die Gebärdensprache habe dabei ein hohes Potential an Kreativität und stelle ein eigenes sprachliches Material dar.

    Der „Elefant im Raum“ ist weiterhin das Geld. Das pik Programm hat viel angestoßen und finanziert. Wie geht es nun weiter? Es wurde ein Topf für Inklusion bei der Kulturstiftung des Bundes oder beim Beauftragten für Kultur und Medien gefordert.

     

    Fachgespräche: Inklusive Kunstpraxis im Theater (31. Oktober)

    In sechs Tischrunden tauschten sich Expert*innen, Künstler*innen und Institutionen zu zentralen Themen aus:

    Tisch 1: Inklusive Autor*innenschaft
    Mit: Athena Lange (Schauspielerin und Autorin), Raphaela Bardutzky (Schauspiel Leipzig) und Nele Stuhler (Deutsches Theater)

    Am Tisch 1 ging es u.a. um Sprache und Rhythmus, kreatives Potenzial und hohen Aufwand von Übersetzungsprozessen zwischen Leichter, Laut-, Schrift- und Gebärden-Sprachen. Sowohl Ensemble-Arbeit als auch Austausch im Künstler*innen-Tandem bei der gemeinsamen Stück- und Figuren-Entwicklung wurden angesprochen.

    Tisch 3: Inklusive Tanzpraxis
    Mit: Alexandra Morales (Theater Bremen), Günther Grollitsch und Till Krumwiede (tanzbar_bremen)

    Tisch 3 konzentrierte sich auf der Zusammenarbeit zwischen einem Theater und einem inklusiven Tanz-Kollektiv. Es wurde u.a. über die Beschaffenheit des inklusiven Profi-Trainings und der Assistenz für Tänzer*innen mit Behinderung gesprochen. Spannend war auch die Frage der Nachhaltigkeit und des Fortbestehens einzelner Kooperationsteile nach dem Ende der Projektförderung. Insgesamt wurde deutlich, dass inklusive Kunstpraxis und institutionelle Zusammenarbeit möglich sind, aber dauerhafte Strukturen dafür fehlen. Erfolgreiche Einzelfälle entstehen und enden mit einer Projektförderung. Grundlegende Systemveränderung zur Inklusion braucht dauerhafte stabile Finanzierung. 

    Tisch 4: Neue Arbeitsmodelle für Künstler*innen mit Behinderung

    Mit: Kostantin Lange und Silke Stuck (Theater Thikwa), Neele Buchholz (Tänzerin und Schauspielerin)

    Die zentrale Frage der Gesprächsrunde war, wie künstlerische Arbeit auch außerhalb einer Beschäftigung in einer Werkstatt (WfbM) gelingen kann? Viele Schauspieler*innen – insbesondere mit intellektuellen Beeinträchtigungen, wie auch beim Theater Ramba Zamba und Theater Thikwa – sind Mitarbeiter*innen einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM).
    Die Tänzerin Neele Buchholz schilderte ihre Erfahrungen als selbständige Künstlerin. Sie lebt seit 2022 von Aufträgen von Theatern, Film und Fernsehen – mit Absicherung über die Künstlersozialkasse und einem Pool von Assistent*innen.
    Konstantin Langenick, Schauspieler bei Theater Thikwa, schildert dagegen die Grenzen, die das Werkstattsystem setzt: geringe Bezahlung, begrenzte Zuverdienst-Möglichkeiten, Unsicherheit beim Ausstieg. Das Gespräch zeigte: Der Weg in den 1. Arbeitsmarkt bleibt für viele Künstler*innen mit Behinderung schwierig, wird teilweise als riskant eingeschätzt.

    Tisch 5: Netzwerke für Künstler*innen mit Behinderung

    Angela Müller-Giannetti (EUCREA), Johanna von der Waydbrink und Eric Beier (Servicestelle Inklusion im Kulturbereich) stellten ihre Angebote im Bereich Kultur und Inklusion vor. EUCREA bietet Künstler*innen seit 2024 ein Beratungsangebot, was Studium, Weiterbildung und Arbeitsmöglichkeiten betrifft. Gleichzeitig wird durch das Strukturprogramm ARTplus Kreativen mit Behinderung die Möglichkeit eines Studiums an einer künstlerischen Hochschule geboten. Mit seinen Foren und Fortbildungen schafft EUCREA Räume für Begegnung und Diskussion zum Thema.

    Tisch 6: Impulse für inklusive Bühnenpraxis

    Mit: Steffen Sünkel (Programmleiter pik /Kulturstiftung des Bundes), Uwe Maximilian Korn (Evaluation / Kulturstiftung des Bundes)

    Zum Abschluss des dreijährigen pik-Programms der Kulturstiftung des Bundes wurden die Erfahrungen der sieben geförderten Theaterkooperationen in praxisnahe Handlungsempfehlungen überführt – abrufbar auf der Website der Kulturstiftung. Diese basieren auf Fallstudien und Interviews, veröffentlichen Statements und Videos und sollen Wissen in die Institutionen und in die Politik bringen. Einigkeit herrschte darüber: Drei Jahre reichen nicht, um Strukturen wirklich zu verändern – künstlerische Ausbildung und Arbeit müssen stärker zusammen gedacht werden. Das pik Programm hat zwar Vieles angestoßen, aber in der kurzen Zeit keine dauerhaften Strukturen geschaffen.

    Artist Talks: Von der Ausbildung in den Beruf (1. November)

    EUCREA gestaltete diesen Vormittag und lud 6 Künstler*innen zu drei Artist Talks unter der Moderation von Jan Kampmann ein. Der Talk setzte sich jeweils aus Studierenden, teilweise aus dem ARTplus Programm von EUCREA, und Kunstschaffenden, die bereits im Berufsleben stehen, zusammen. Die Beteiligten berichteten über ihre Erfahrungen bei Aufnahmeprüfungen, ihre Hürden in Studium und Beruf, über ihre Glücksmomente und gelungenen Arbeiten. Wie ist es als Studierende im Bereich Tanz von Übungen ausgeschlossen zu sein, wenn der Rollstuhl als hinderlich empfunden wird oder wenn eine Tänzerin mehr Zeit braucht als andere? Wozu ist ein ausführlicher Access-Rider für den Veranstalter und die Kulturschaffenden mit Behinderung dringend notwendig? Und wie kommuniziert man als tauber Studierender mit Lehrenden und Kommiliton*innen, wenn kein Dolmetscher im Raum ist? Welche Bereicherung und künstlerische Ausdrucksform kann die Gebärdensprache für eine Theaterproduktion sein? Und als wichtige Frage des Moderators Jan Kampmann: Muss man als Künstler*in mit Behinderung eigentlich immer dankbar für jeden Auftrag oder jedes Engagement sein? Diesen spannenden Fragen gingen die Beteiligten der Diskussionsrunden nach. Die komplette Aufnahme der Artist Talks ist online verfügbar.

     Zukunftsarbeit: Inklusive Akademie Köln Kalk (1. November)

    Zum Abschluss wurde das Projekt Inklusive Akademie Köln Kalk vorgestellt.
    Auf dem Gelände der Osthof Hallen entsteht ein neues Zentrum, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam studieren können. Die Kulturstiftung des Bundes fördert den Aufbau drei Jahre lang. Beteiligt sind u. a. das Kunsthaus KAT 18 und raumlabor berlin.

    Körper, Stimme, Perspektive – Lecture Performances (1. November)

    Das pik-Mentoring-Programm wurde mit drei Lecture Performances und einer moderierten Fragerunde präsentiert. Der musikalische Auftritt von Fred P. Lohr und Nick Klapproth (Frankfurt a. M./ Köln) gab Einblicke in ihre Community-Musik Aktivitäten. Steven Solbrig thematisierte in seiner Solo-Performance „Von Sprüngen und Klasse“ körperliche Diversität und soziale Ungleichheit. Anika Krbetschek und Linnéa Meiners setzten sich in ihrer performativen Korrespondenz (Bühne/Video) „Zwischenzeitlich” mit asynchroner künstlerischer Zusammenarbeit auseinander. Die kritische Fragerunde wurde von Alina Buschmann moderiert und lässt die Frage der Nachhaltigkeit des Programms offen.

    Weitere Stimmen zum inkl. Festival

    https://taz.de/Foerderung-der-Inklusion-im-Theater/!6125996&s=inkl%2BFestival/

    https://www.radiodrei.de/programm/schema/sendungen/radio3_am_nachmittag/archiv/20251030_1600/radio3_aktuell_1640.html

    https://www.rbb-online.de/der-tag/videos/-video-beitraege/Inklusion-auf-der-Buehne.html


    Schwarzer Schriftzug „inkl.“ auf abstraktem grün-orangefarbenem Hintergrund mit geschwungenen Linien. Die Farben wirken lebendig und modern.

    inkl.

    Festival für Theater, Tanz, Performance

    Deutsches Theater Berlin

    Veranstalter: Kulturstiftung des Bundes

    30.10. – 1.11. 2025

    Das dreitägige Festival zeigt Theater- und Tanzproduktionen aus Berlin, Bremen, Dortmund, Hamburg, Leipzig und München, die beispielhaft für eine innovative inklusive Bühnenpraxis stehen. Begleitende Lecture Performances, Workshops und Diskussionsrunden eröffnen neue Perspektiven und fragen, wie vermeintliche Grenzen kreativ überwunden werden können. Das Festival ist der Abschluss des dreijährigen pik Programmes der Kulturstiftung des Bundes.

    Programm und Anmeldung (bis zum 10.10. 2025): https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/inkl_festival.html#c210144

     Im Rahmen des Festivals und in Kooperation mit EUCREA findet am 1.11. 2025 ein Panel statt.

    10.00 – 11.30 Uhr / Artists-Talk – Von der Ausbildung in den Beruf / Probebühne Deutsches Theater
    Um Inklusion im Kulturbetrieb zu erreichen, muss Zugang zur künstlerischen Bildung ermöglicht werden. Studierende des EUCREA-Programms ARTplus sowie bereits berufstätige Künstler*innen berichten über ihre Wege in Ausbildung und Beruf. Im Gespräch mit dem Schauspieler und Moderator Jan Kampmann geht es um Barrieren, Zugänge zu künstlerischer Bildung mit unterschiedlichen Behinderungen und Chancen einer inklusiven Kulturlandschaft. Mit: Amelie Gerdes, Luisa Wöllisch, Constantin Keller, Athena Lange, Angela Alvis, Lara Mettendorf, Jan Kampmann.

    11.30 – 12.15 Uhr / Zukunftsarbeit – Inklusive Akademie Köln
    Auf dem Gelände der Osthof Hallen entsteht ein neuer Ort zum gemeinsamen Leben, Lernen und Arbeiten. Im Mittelpunkt: die Inklusive Akademie Köln, in der Künstler*innen mit und ohne Behinderung in Kooperation mit Hochschulen studieren. Die Initiatorinnen stellen das Projekt vor und laden zum Austausch ein. Mit: Jutta Pöstges, Filip Levaja, Bärbel Lange, Marleen Rothaus und Jan Liesegang.

     

     

     


     Zu sehen ist JOMI in Mimik-Kostüm und Schminke, die eine Zeitung hält und ausdrucksstark in eine Richtung schaut.

    Josef Michael Kreutzer (1952–2025) 

    Am 15. August 2025 verstarb der gehörlose Pantomime JOMI, mit bürgerlichem Namen Josef Michael Kreutzer, im Alter von 73 Jahren. 

    JOMI war ein international anerkannter Künstler, der über vier Jahrzehnte lang Bühnen in Europa, Afrika, Asien und Lateinamerika bespielte – stets ohne Worte, aber mit unverkennbarer Ausdruckskraft. Ausgebildet an der Schule von Marcel Marceau in Paris, entwickelte er eine eigene Formsprache zwischen Parodie, Poesie und gesellschaftskritischem Impuls. 

    Seine Werke behandelten Themen wie Ausgrenzung, Glaube und Identität. Dabei setzte JOMI sich als tauber Künstler nicht nur künstlerisch, sondern auch gesellschaftlich für mehr Sichtbarkeit und Teilhabe ein. So war JOMI  seit 1997 einige Jahre Teil des EUCREA-Vorstands. 

    1999 wurde JOMI mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet – für seine herausragenden Beiträge zur Kultur und für die Verbindungen, die er als gehörloser Künstler zwischen Welten und Sprachen schuf. 

    Wir bei EUCREA sind dankbar, JOMI als Weggefährten und Impulsgeber erlebt zu haben. Sein Schaffen und seine Haltung bleiben Teil unserer Erinnerung. 

    Danke, JOMI. 


    Grafik mit dem Hinweis ‚Save the Date‘ und einer Kalender-Illustration. Darunter Text: ‚inkl. Festival für Theater, Tanz und Performance mit EUCREA-Panel‘. Unten die Termine: 30.10. bis 1.11.2025 auf gelbem Hintergrund.

    Save the Date: „inkl. – Festival für Theater, Tanz und Performance“ mit EUCREA-Panel 
    30. Oktober – 1. November 2025 am Deutschen Theater Berlin 

    Die Kulturstiftung des Bundes lädt zum dreitägigen inklusiven Festival ein, das künstlerische Beiträge aus Berlin, Hamburg, Bremen, Dortmund, Leipzig und München präsentiert. Im Fokus stehen innovative Produktionen der zeitgenössischen Darstellenden Kunst – mit und von Künstler*innen, die als „Disabled Leaders“ inklusive Bühnenpraxis neu definieren. Das Festival ist Höhepunkt und zugleich Abschluss des Förderprogramms für inklusive Kunstpraxis „pik“ 

    Neben Tanz, Theater und Performance wird ein paralleles Tagungsprogramm angeboten werden. Die begleitenden Lecture Performances, Workshops und Podiumsgespräche bieten spannende Einblicke in inklusive Kunstpraxis. EUCREA wird am Samstag, den 01.11.2025 ein Panel zum Thema Ausbildung anbieten. Weitere Infos dazu auf der Festival-Webseite. 

    Mehr Infos hier.


    Drei Personen stehen lächelnd vor einer blauen Wand. Eine Frau hält ein Schild mit der Aufschrift „KUNST & QUER“.

    Am 21. Mai 2025 fand im Altonaer Museum (Hamburg) der Impulstag „Ist das für Alle?“ statt – organisiert vom Projekt Kunst & Quer des Altonaer Museums in Kooperation mit EUCREA.

    Die Tagung war bewusst praxisorientiert gestaltet und brachte über 100 Teilnehmer*innen zusammen: Museumsfachleute, Künstler*innen mit und ohne Behinderung, Mitarbeitende aus Werkstätten für Menschen mit Behinderung – und viele Interessierte.

    Höhepunkte waren die Präsentationen von Projekten, die wie Kunst & Quer partizipativ arbeiten. Wie z.B. das TANDEM-Projekt vom Kunstmuseum Kolumba Köln und dem Kunsthaus KAT 18, oder Führungen durch blinde Menschen durch die Hamburger Kunsthalle. Auch Workshops, wie das kreative Gestalten eines Magazins zum Thema „Museum für Alle?“ und der intensive Austausch beim inklusiven World Café zeigten, wie Inklusion praktisch gelingen kann.

    Das durch die Aktion Mensch über drei Jahre geförderte Projekt Kunst & Quer hat Wege erforscht, wie die Perspektiven von Künstler*innen mit Behinderungen in den Museumsbetrieb einbezogen werden können. Seit 2019 arbeiten das Altonaer Museum, EUCREA und das Atelier Freistil zusammen.  Kunst & Quer präsentierte seine Arbeit in eigenen Führungen und einem Workshop am Veranstaltungstag.

    Ein Tipp zum Schluss: Jeden 1. Sonntag im Monat lädt Kunst & Quer zu inklusiven Rundgängen durch das Altonaer Museum ein! Mehr Infos hier.


    Fotonachweis: Kristine Thiemann