Foto: Michaela Hegenbarth

Altonaer Museum / Atelier Freistil (Leben mit Behinderung Hamburg e.V. /

Elbe-Werkstätten gGmbH)

Das Altonaer Museum ist eines der größten deutschen Regionalmuseen, das die Kunst- und Kulturgeschichte des norddeutschen Raumes zeigt. Kunstliebhaber können sich hier Sammlungen aus den Bereichen Malerei und Grafik, Fotografie, Kunsthandwerk, Kulturgeschichte und maritime Sammlungen (Fischerei und Schifffahrt) ansehen. Die seit 2016 amtierende Museumsleitung hat das Museum geöffnet und will es längerfristig zu einem Ort des Austausches werden lassen. Zusammen mit dem Atelier Freistil, einem Kunst-Atelier mit 36 Künstler/innen, welches von den Elbe-Werkstätten und Verein Leben mit Behinderung getragen wird, wird seit Frühjahr 2019 zusammen mit Abiturienten der Max-Brauer-Stadtteilschule an dem Thema „Comic“ in künstlerischen Tandems gearbeitet. Die daraus entstandene Ausstellung wurde im Rahmen des Comic-Festivals im Museum Altona gezeigt. Ein zur Ausstellung gemeinsam entstandenes COMIC Buch mit dem Titel „Im Hinterzimmer des blauen Peter“ wurde am 26.10.2019 beim COMIC Festival von den Künstler/innen präsentiert. Parallel ist das Thema Kunstvermittlung, die das Altonaer Museum inklusiver gestalten möchte, in den Fokus gerückt. Angedacht sind längerfristig Tandems von Künstlern mit und ohne Behinderung. Ab März 2020 sollte es erneut eine Zusammenarbeit mit der Max-Brauer-Stadtteilschule, den Freistilkünstler/innen und dem Altonaer Museum geben.

Mit viel Begeisterung hatte das Atelier Freistil bereits im letzten Dezember 2019 angefangen in der Rühmkorf Ausstellung „Laß leuchten“im Altonaer Museum zu arbeiten. Ziel war dabei im ersten Schritt selbst künstlerische Arbeiten zu den Werken des Lyrikers Peter Rühmkorf zu entwickeln. Dazu fanden mehrere Ausstellungsbesuche und die Entwicklung von Texten und Bildern zusammen mit der Poetry Slammerin, Autorin & Bühnenpoetin Mona Harry im Museum statt. Im zweiten Schritt sollte ab April gemeinsam mit Schülergruppen damit begonnen werden, in der Ausstellung weiter zu arbeiten.

Wegen der Corona-Krise fiel dieser Plan leider kurzfristig in die Elbe. Aber davon ließen sich die Künstlerinnen und Künstler nicht unterkriegen. Auch von zuhause aus wurde weiter an Texten und Bildern um das Werk Peter Rühmkorfs herum produziert.

Gestartet wurde mit künstlerische Kettenbriefen. Alle produzierten zu Beginn eine künstlerische Arbeit zu Rühmkorf. Das Werk wurde zum jeweils nächsten Künstler weitergeschickt. Der nächste produzierte dann ein neues Werk als Antwort auf das Werk, das ihm zugeschickt wurde. Und so ging es immer weiter. Die Ausbeute war groß:  Es gab zahlreiche Einsendungen, die Dokumentation unseres Projektes kann auf unserer Instagramseite https://www.instagram.com/connect_kunst_im_prozess/ angeschaut werden.

Bis zum 20.7.2020 war eine Ausstellung im Altonaer Museum zu sehen, in der die Künstler*innen des Atelier Freistil und andere Beteiligte, die Lust hatten, an der Postkartenaktion teilzunehmen, ihre Werke anlaog zu der laufenden Rühmkorf-Ausstellung "Laß Leuchten" gezeigt haben. 

Zur Ausstellung ist ein Katalog entstanden, der gegen eine Spende beim Atelier Freistil erhältlich ist. Und die Freistil-Künstler*innen haben eigene Filme zu Peter Rühmkorf produziert, demnächst auf dieser Seite zu sehen.