Was wir tun

    Mit Artplus streben wir einen inklusionsspezifischen Wissens- und Erfahrungszuwachs in künstlerischen Ausbildungsinstitutionen an: Die aus dem Projekt resultierenden Erkenntnisse und Ergebnisse sollen es ermöglichen, künstlerisch talentierte Menschen mit Behinderung und/oder Lernschwierig-keiten am Ausbildungsangebot von künstlerischen Hochschulen zukünftig teilhaben zu lassen.

    In Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen kooperieren EUCREA und seine Partner:innen, u.a. das käthe:k Kunsthaus der Gold Kraemer Stiftung und tanzbar Bremen e.V., mit Ausbildungsinstitutionen (insbesondere Hochschulen) in verschiedensten künstlerischen Sparten. 

    Im Rahmen des Modellprojekts Artplus nehmen Kreative mit unterschiedlichen Behinderungen am Bildungsangebot von künstlerischen Hochschulen in den Bereichen Musik, Tanz, Theater und bildende Kunst teil. Sie partizipieren an zeitlich begrenzten Projekten, Workshops und/oder mehrsemestrigen Bildungsangeboten – in Form von Gasthörerschaften bis hin zur regulären Immatrikulation.

    Parallel dazu werden Kulturinstitutionen angeregt, den Teilnehmenden über Praktika und Hospitationen die Mitwirkung am künstlerischen Betrieb zu ermöglichen und mit EUCREA und seinen Partnern an nachhaltiger Inklusionsstrukturen in den Häusern zu arbeiten.

    Öffentliche Geldgeber:innen aus den Bereichen Kultur, Soziales, Arbeit und Wissen-schaft sollen in den Bundesländern angeregt werden, Mittel zur Förderung von Ausbildung und Inklusion im Kulturbetrieb einzusetzen und sich gegenseitig dazu auszutauschen.

    Alle am Programm beteiligten Akteur:innen streben einen gemeinsamen Wissens-zuwachs an. In den beteiligten Bundesländern soll es zu einem engen Informations-austausch zwischen allen am Prozess einer inklusiven Kunstausbildung beteiligten Akteur:innen kommen: Ob Arbeitsagenturen, Integrationsämter, Hochschulleitungen, Lehrende oder Einrichtungen der Behindertenhilfe. Ziel ist es, am Ende des Programms konkrete Handlungsinformationen für alle Bundesländer herauszugeben, wie inklusive künstlerische Ausbildung für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen stattfinden kann.

    Weitere kooperierende Bundesländer sollen folgen.

    wer mitmacht

    Kennzeichnend für das Programm ist, dass viele unterschiedliche Akteure, die am Entwicklungsprozess einer inklusiven Gesellschaft beteiligt werden müssen, zusammengebracht werden:

    • Menschen mit psychischen, physischen, oder Sinnesbehinderungen oder Lernschwierigkeiten. Im Bereich der bildenden Kunst wendet sich das Programm insbesondere an Künstler:innen mit geistigen oder dauerhaften psychischen Beeinträchtigungen sowie Sinnesbehinderungen. Im Bereich der darstellenden Künste sollen auch Personen mit Körperbehinderungen angesprochen werden. Im Bereich Musik sollen sowohl Personen mit körperlichen Einschränkungen, psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen sowie Personen mit Sinnesbeeinträchtigungen erreicht werden. Das Programm spricht Personen an, die bereits innerhalb oder außerhalb der Behindertenhilfe künstlerisch tätig sind, bisher aber nicht an Bildungsangeboten teilgenommen haben.

    • Mitwirkende der beteiligten künstlerischen Ausbildungsinstitutionen, wie Hoch-schulleitung, Lehrende, Ansprechpartner:innen für Studierende mit Beeinträchtigung, Studierende

    • Mitwirkende der kooperierenden Institutionen der Behindertenhilfe, dort tätige Künstler:innen, anleitendes Personal, betriebliche Leitung

    • Mitwirkende der kooperierenden Kulturinstitutionen, das künstlerische Personal, Verantwortliche für Programm und Organisation

    • Mitarbeiter:innen von Behörden in den beteiligten Bundesländern aus den Bereichen Kultur/Bildung/Wissenschaft/ Eingliederungshilfe/Soziales/Arbeit

    • Begleitende Assistent:innen in den beteiligten Bundesländern

     

    was wir erreichen wollen

    Das Programm bietet als Modellprojekt zunächst einer Auswahl von Künstler:innen mit Behinderung die Möglichkeit, kurz- oder längerfristig den Betrieb einer künstlerischen Ausbildungsinstitution/ Hochschule kennenzulernen und daran teilzunehmen. In diesem Rahmen können sie ihren künstlerischen Horizont sowie ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten erweitern, ihre eigene künstlerische Arbeit in einem neuen Kontext reflektieren und Kommilitonen ohne Behinderung kennenlernen bzw. mit diesen zusammenarbeiten. Durch die parallel laufenden Kooperationen mit Kultureinrich-tungen erhalten sie Einblicke in künstlerische Berufsfelder, können ihr eigenes Wissen und ihre Fähigkeiten in diesen erproben und stellen Kontakte her.
     

    In den beteiligten Ausbildungsinstitutionen findet ein Wissens- und Erfahrungs-zuwachs hinsichtlich der Ausbildung/Qualifizierung von Teilnehmenden mit Beein-trächtigungen statt. Die Einbeziehung von Kreativen mit Beeinträchtigung soll Lehrende zur Erweiterung ihrer Methodenvielfalt in der Vermittlung inspirieren. Alternative Methoden bezüglich Einstieg und Erreichung von Leistungsnachweisen werden erprobt, Kooperationsstrukturen mit Institutionen der Behindertenhilfe entwickelt und weitergeführt. Die Ausbildungsinstitutionen sollen Ansprechpersonen für den Kreis der Teilnehmenden herausbilden.

    Auf Seiten der Behindertenhilfe soll ein Wissens- und Erfahrungszuwachs hinsichtlich der Kooperation mit externen Bildungs- und Arbeitsakteuren aus dem kulturellen Betrieb entstehen. Beispielsweise können Teile der beruflichen Qualifizierung in externe Institutionen außerhalb der Behindertenhilfe ausgelagert und Förderinstru-mente innerhalb der Träger zur Finanzierung herangezogen und erprobt werden.

    In den Fachämtern der beteiligten Länder soll analysiert werden, welche Förder-module für Teilhabe an Qualifizierung für künstlerische Bildungsmaßnahmen genutzt oder möglicherweise flexibilisiert werden können (z.B. Ausbildungs- und Arbeits-förderung durch die Agentur für Arbeit oder Integrationsämter, inklusionsorientierte Förderung durch Kulturämter, begleitende Hilfen durch Eingliederungshilfe, Budget für Ausbildung).

    Ein Hauptaugenmerk des Programms liegt auf seiner multiplikatorischen Wirkung. Ideen, Methoden und Erfahrungen sollen an andere Akteur:innen in der Gesellschaft weitergegeben werden. Neben Fachveranstaltungen und Veröffentlichungen werden am Ende des Programms konkrete Handlungsinformationen an die Länder heraus-gegeben, die darstellen, wie in dem betreffenden Land inklusive künstlerische Ausbildung für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen stattfinden kann.

     

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